Home > Blogosphäre > mehr Senf – eine Selbstanalyse

mehr Senf – eine Selbstanalyse

Nein, es geht hier nicht ums Essen, auch wenn die Überschrift und die kleine Grafik dies vermuten lassen. Vielmehr hat mich eine Erkenntnis getroffen, die ich gerne auf ihre Korrektheit hin überprüfen möchte. Und genau da kommt der Senf ins Spiel – und zwar der bekannte sprichwörtliche Senf, den ich dazu geben möchte.

Ich denke, die Redewendung “seinen Senf dazu geben” sollte jedem bekannt sein und es weiß auch jeder etwas damit anzufangen. Also kommen wir weg vom Senf und nennen das Kind beim Namen: es geht schlicht und einfach um meine persönliche und ureigene Meinung, die ich zu vielen, vielen, wunderbaren Themen habe. Allerdings habe ich dieser bisher recht häufig aus verschiedenen Gründen für mich behalten. Und genau das will ich jetzt ändern.

Artikel-Ideen, Traffic, Meinung

Ja, genau: es geht um Blogs und meinen Blog ganz speziell, denn mit einem doch eher weinenden Auge nehme ich die Besucherzahlen hier war, die sich in einem niedrigen zweistelligem (teilweise sogar einstellig) Bereich bewegen. Und natürlich stellt sich mir die Frage: Woran liegt das? Und genauso natürlich kenne ich die Antwort: niedrige Posting-Frequenz, zu viel persönliches BlaBla und natürlich auch die Anzahl der von mir in anderen Blogs abgegebenen Kommentare.

Warum ist die Posting-Frequenz so niedrig?

Das liegt nicht immer wirklich an der mir zur Verfügung stehenden Zeit, sondern daran, dass ich viele gute Artikel-Ideen einfach verwerfe. Ganz oft, wenn ich eine gute Idee für ein Blog-Posting habe und zu einem Thema meine Meinung kund tun will, habe ich nicht selten vorher bereits 5, 10 oder noch mehr andere Artikel von verschiedenen Bloggern zu eben diesem Thema gelesen und es wurde eigentlich schon alles gesagt geschrieben, was man zu diesem Thema sagen schreiben kann. Warum soll ich das ganze dann auch noch einmal verbloggen?

Das war bisher so. In den letzten Tagen habe ich über mein Verhalten diesbezüglich einmal nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen: Wenn so viele Leute dieses Thema aufgreifen, dann besteht auch ein gewisses Interesse daran. Was, um alles in der Welt, hindert mich daran, der sechste, elfte oder hundertunderste Blogger zu sein, der über ein Thema schreibt. Einzigartiger Content hin oder her; ich will Traffic haben und nicht nur für mich schreiben – außerdem kopiere ich ja keine Texte, sondern schreibe wirklich meine eigene Meinung dazu, auch wenn diese mit der vieler anderer übereinstimmt.

Auch ich lese ja zig verschiedene Artikel zu einem interessanten Thema, immer in der Hoffnung, auf einen neuen Aspekt oder eine andere Sichtweise zu stoßen. Daher ist eine grobe Vermutung, dass andere Leute dies genauso tun – was sich ja auch oft an den Kommentaren in diversen Blogs erkennen lässt: da sind häufig die selben Leute anzutreffen.

Allerdings halte ich weiterhin für wichtig, etwas persönliches über mich und mein Umfeld in den Blog einfließen zu lassen – allerdings wird das jetzt häufiger von anderen Themen unterbrochen;-)

Wie gut ist meine Meinung?

Auch ein Grund weshalb ich die eine oder andere Posting-Idee verwerfe, ist, dass ich mich persönlich nicht für qualifiziert genug halte und nicht über genug Hintergrundwissen verfüge um über dieses oder jenes Thema zu schreiben – also lass ich es.

Falsch! Wenn mich ein Thema so sehr interessiert, dass ich gerne darüber schreiben möchte, dann sollte ich das auch tun. Schließlich schreibe ich über meine Meinung und meine Sichtweise – und wenn diese falsch ist, kann mich gerne jeder in den Kommentaren dazu korrigieren. Dadurch kann ich nur dazulernen und mein Wissen zu eben diesem Thema weiter vertiefen. Und ganz nebenbei gibt es noch den gewünschten Traffic ;-)

mehr Traffic für meinen Blog

Das ist dann übrigens der positive Nebeneffekt an der Geschichte. Je öfter ich meinen Senf zu einem Thema dazu gebe, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass durch die dabei versendeten Trackbacks (ich verlinke ja gern) und evtl. durch die direkte Verlinkung von anderen Bloggern weitere Besucher meinen Blog finden und lesen werden.

mehr Senf in anderen Blogs

Übrigens ist meine Überlegung im Bezug auf Kommentaren bisher die gleiche gewesen, wie beim Verwerfen so mancher Artikel-Idee. Warum soll ich in anderen Blogs zum 17. Mal schreiben “Ja, da hast du Recht, das sehe ich ganz genau so.” oder “Ich freue mich für dich, dass du diesen Preis gewonnen hast, ich hatte leider nicht so viel Glück” ?

Ganz einfach: Traffic. Durch Kommentare in anderen Blogs zeige ich nicht nur, dass ich mich gibt, sondern kann mit Sicherheit auch den einen oder anderen Besucher für meinen Blog dabei verbuchen. Außerdem erhöht das den Bekanntheitsgrad und das Vertrauen untereinander. Natürlich soll das nicht in Spam ausarten und diese tollen “ein-Wort-Kommentare” sind auch nicht mein Ding. Aber wenn mich ein Thema interessiert, dann werde ich zukünftig gerne einen Kommentar dazu abgeben, auch wenn bereits andere vor mir das gleiche (sinngemäß) geschrieben haben – natürlich mit meinen eigenen Worten.

Meinungsfreiheit: Jeder hat ein Recht auf meine Meinung

Diese leicht abgewandelte Form des bekannten Grundrechtes werde ich mir nun zumindest für eine Zeit als Motto nehmen. Das soll mich daran erinnern, meine Meinung auch dann kund zu tun, wenn bereits viele über ein Thema geschrieben haben.

Also freut euch schon mal auf den soundsovielten Artikel zu einem WordPress-Update, einem Video, etwas politischem oder etwas ganz anderem.

Außerdem werde ich auch mit diversen Kommentaren in euren Blogs etwas präsenter sein.

ähnliche Beiträge:

KategorienBlogosphäre

  1. 2. Januar 2011, 11:32 | #1

    Na dann hau rein! Lass es krachen!Ich bin gespannt!!! :-)

  2. 2. Januar 2011, 11:50 | #2

    Ich bin noch viel gespannt als du ;-)
    Auf jeden Fall werde ich mein Bestes geben, auch wenn es mir am Anfang vielleicht noch ein wenig Überwindung kosten wird, da das “alte Denken” ja noch recht fest sitzt.

  3. 2. Januar 2011, 12:20 | #3

    Genau Tim, du hast es richtig erkannt – die Welt hat ein Recht auf deine Meinung. Es kommt nicht auf die Wiederholung der Thematik an, sondern auf die “Verschiedenheit der Sichtweisen” und Originalität. Wir hatten ja schon drüber gesprochen, ich musste in diesem Punkt ebenfalls umdenken und der Erfolg gibt mir recht ;-)

  4. 2. Januar 2011, 12:29 | #4

    Dein Blog ist Dein “Wohnzimmer”. Und was Du in dieses Wohnzimmer reinstellst ist ganz alleine Deine Sache. Auch wenn “die gleiche Couch” anderswo auch schon steht – bei Dir steht und wirkt sie wieder anders.

    Das ist so mein Motto, lässt sich aber prima auch auf Dich ummünzen wenn ich Deine Sichtweise so lese. Richtig so.

    Und je öfter Du dieses “neue Denken” umsetzt, desto leichter fällt es Dir dann im Verlauf eines Jahres. Ich drück Dir die Daumen dazu.

  5. 2. Januar 2011, 12:35 | #5

    Ich danke Euch für die aufmunternden Worte. Da scheine ich wohl doch auf dem richtigen Weg zu sein.

    Und Thomas, aber dass dir jetzt nicht die Daumen zum bloggen fehlen – Leerzeichen sind wichtig ;-)

  6. 2. Januar 2011, 14:15 | #6

    Ne ne Tim… so dann und wann lasse ich schon mal los. Musst mir halt die Zeiten sagen, in denen Du die Daumen entbehren kannst :-D

  7. 2. Januar 2011, 18:09 | #7

    Du hast mit deinen Analysen sicherlich Recht. Gerade mit dem Kommentieren auf anderen Blogs bringt man sich selbst eben am besten ins Gespräch. Und wenn dann die neugierigen Leser auf deinen Blog kommen, wollen sie vor allem eines lesen: DEINE Meinung. Von daher kannst du ruhig über die schreiben, selbst wenn das Thema schon auf 1000 anderen Blogs behandelt wurde.

    Ich selbst erlebe es immer wieder, dass Themen in Fachblogs zwar schon oft abgehandelt wurden, aber einige meiner Leser dennoch noch nicht davon gehört haben, da sie eben andere Dinge lesen. Mal davon ab ist eine eigene Meinung zu einem Thema eh einzigartig und kann gar nicht schon 1000x im Netz stehen ;)

    Eines noch zum Abschluss: auch private Texte können durchaus Interesse wecken, sogar Besucher über Suchmaschinen bringen. Das vermutet man zwar nicht immer, aber da kann -je nach Thema- einiges bei herum kommen. Wenn es dir auf dem Herzen liegt, solltest du ruhig auch darüber schreiben. Zumindest die Stammleser, die nicht nur blanke Infos suchen, sondern den Menschen hinter dem Blog kennen oder kennen lernen wollen, sind solche Texte auf jeden Fall von Interesse.

  8. jan
    3. Januar 2011, 03:15 | #8

    du hast jetzt wirklich einige Dinge richtig erkannt, denn auch deine Sichtweise eines Blogartikels ist vielleicht eine Bereicherung für andere, und wenn sie nicht wahrgenommen wird,ok du hast es aber versucht

    *** Link vom Admin entfern ***

  9. 20. Januar 2011, 21:15 | #9

    Und hättest Du eben bei nicht bei mir kommentiert, wäre ich wohl nicht hier gelandet. Du hast also definitiv schon mal was richtig gemacht ;-)

    Aber was Du zu den Ideen und dem wieder Verwerfen schreibst, so geht es mir auch manchmal. Ich hab ne Idee, aber gerade nicht die Zeit es zu bloggen. Wenn ich die Zeit dann habe, ist mein Reader bereits voll davon. Wenn ich in den letzten Monaten eins gelernt habe, dann dass man als Blogger nix auf die lange Bank schieben sollte. Die Kollegen haben oft ähnliche Ideen.

    Ich hab mich dann aber auch davon abhalten lassen, das gleiche Thema noch einmal zu verbloggen, aber es ist in der Tat der falsche Weg. Jeder Blog hat eine andere Leserschaft. Man soll halt nur nichts kopieren und nicht vergessen andere dann auch mal zu verlinken. ;-)

    Ich hab Dich mal abonniert und bin gespannt was noch kommt… ;-)

  10. 20. Januar 2011, 21:22 | #10

    @ Chaosweib
    Herzlich Willkommen in meinen 4 virtuellen Blog-Wänden. Schön, dass es dich hierher verschlagen hat und vielen Dank fürs Abo.
    Im Augenblick wird dich da eine Menge “bunt Gemischtes” erwarten, denn ich bin gerade in so etwas wie einer “Selbstfindungsphase” – einfach weg von geplant & gut überlegt hin zu mehr Bauchgefühl. Ich bin also genau so gespannt, wie du, was hier noch so alles im Blog auftauchen wird ;-)

  1. 21. Januar 2011, 21:21 | #1