eine (teilweise) Trennung
Seit Anfang März nutze ich nun das auf dem Linux-Kernel basierende freie Betriebssystem Ubuntu und habe mich auch recht gut damit angefreundet. Nach ein wenig Suchen und Ausprobieren habe ich für so ziemlich alle meine Wünsche eine passende Version meiner Lieblingsprogramme bzw. eine gute bis besser Alternative gefunden.
Natürlich gibt es dabei auch die eine oder andere Ausnahme – leider. So konnte ich bis zum heutigen Tage keine meinen Ansprüchen genügende Grafik-Anwendung für Ubuntu ausfindig machen; geschweige denn, mein CorelDraw mit welchen Hilfsmitteln auch immer (Wine, PlayOnLinux,…) zum Laufen zu bekommen. Ich weiß, es gibt Gimpp & Co – allerdings komme ich damit überhaupt nicht klar; und ich bin darauf angewiesen, Grafiken und Bilder zu erstellen, die ich zusammen mit einem Druck-Profil zur Reproduktion an diverse Druckereien oder Werbeagenturen schicken kann – es geht also um mehr als nur ein paar Bildchen für die Homepage oder den privaten Gebrauch. (allerdings komme ich auch mit Adobe Photoshop nicht klar – ich bin da etwas sonderbar gepolt).
Grafikkarte (bzw. deren Treiber)
Ich arbeite mit einer Nvidea-Grafikkarte und 2 daran angeschlossenen Monitoren und habe damit im Groben und Ganzen keine Probleme bei der Arbeit. Einziger Wermutstropfen: bei Youtube funktioniert der Vollbildmodus nicht bzw. nicht richtig. Der Hintergrund wird schwarz und das Video wird in der ursprünglichen Größe, in der es auf der Youtube-Seite dargestellt wird, einfach nur auf einem Monitor zentriert. Bei anderen Video-Playern (z.B. auf Southpark.de) funktioniert der Vollbildmodus allerdings mehr oder weniger Problemlos. Das ist etwas, mit dem ich Leben könnte, auch wenn es ab und zu schon ein wenig nervt. Wozu habe ich einen 21-Zöller, wenn ich trotzdem mit der Nase fast den Monitor berühren muss?
Soundkarte (bzw. deren Treiber)
Da habe ich eine ganz einfache OnBoard-Karte, die für meine Zwecke vollkommen ausreichend ist. Allerdings handelt es sich um einen HD-Sound-Chip, der anscheinend nicht zu 100% von Ubuntu unterstützt wird. So lange ich nur etwas hören will, habe ich auch keine Probleme. Wenn ich allerdings ein Mikrofon (bzw. Headset) anschließe und versuche dies zu konfigurieren bzw. gar zu benutzen, friert der Audio-Dienst komplett ein und ich habe weder Sound-Eingabe noch Sound-Ausgabe. Ich habe mittlerweile über 30 Stunden in die Konfiguration meiner Soundkarte investiert und dabei über 400 mögliche Einstellmöglichkeiten vorgenommen (inkl. im BIOS den Sound auf AC97 umzustellen). Dafür kenne ich nun aber auch diverse Audio-Dienste, Mixer und Prozesse, die für den Sound unter Ubuntu zuständig sind bzw. sein könnten. Soll ich mir also eine neue Soundkarte kaufen oder nur mit eingeschränkten Audio-Möglichkeiten (kein Mikrofon/LineIn) leben?
es gibt auch gute Erfahrungen
Ich bin von der Schnelligkeit und Stabilität von Ubuntu einfach nur begeistert und liebe den schnellen Systemstart. Auch habe ich sehr viele gute Programme kennen gelernt, die oft sogar besser sind als ihre kostenpflichtigen Windows-Pendants. Auf jeden Fall werde ich diverse von diesen Programmen, die es sehr oft auch in einer Windows-Version gibt, eben aus diesem Grund auch in Zukunft benutzen. Ganz besonders die Möglichkeiten der Webserver-Konfiguration, gerade auch zum Testen von Webprojekten, möchte ich in Zukunft nicht vermissen. Gut, es gibt auch Webserver wie z.B. XAMPP unter Windows – allerdings fehlen mir dort diverse Einstellungen bzw. sind diese nur sehr umständlich möglich.
eine teilweise Trennung
Ubuntu und ich sind einfach noch nicht reif füreinander und eine effektive Arbeit ist aus meiner Sicht derzeit nicht wirklich möglich. Daher werde ich wieder auf eine Windows-System zurückwechseln. Allerdings werde ich einen Rechner auch zukünftig mit Ubuntu betreiben, um dort meinen Offline-Webserver zum Experimentieren laufen zu lassen.
Linux bzw. Ubuntu ist nicht Windows und auch nicht damit zu vergleichen. Es handelt sich um ganz verschiedene Betriebssysteme mit unterschiedlichen Zielgruppen. Es kommt immer darauf an, was man mit dem System tun möchte und was nicht. Das war mir von Anfang an klar. Trotzdem habe ich Ubuntu eine Chance gegeben und herausgefunden, dass es nicht bzw. nicht ganz zu mir und meinen Ansprüchen passt. Allerdings werde ich das Projekt weiter im Auge behalten und schauen, wie es sich noch entwickelt – und wer weiß, vielleicht werde ich irgendwann wieder darauf umsteigen.








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