Seit Anfang März nutze ich jetzt das Linux-Betriebssystem Ubuntu in der Version 9.10 und bin im großen und ganzen sehr damit zufrieden. Mittlerweile hat es Ubuntu bei mir auf alle 3 Rechner geschafft und läuft im Produktivbetrieb.
Natürlich ist eine Umstellung, wenn man jahrelang nur mit Windows gearbeitet hat, aber wenn man erst einmal angefangen hat, sich an die Arbeitsweise von Ubuntu zu gewöhnen und nicht alles mit Windows vergleicht, kann man sehr gut und vor allen Dingen, schnell und effizient damit arbeiten.
Für die meisten Programme, die ich für meine tägliche Arbeit am PC benötige, habe ich inzwischen die entsprechenden Linux-Versionen gefunden bzw. diese mit Hilfe des Programmes Wine zum Laufen gebracht. Für die Programme, für die es leider keine Linux-Version gibt und die sich auch mit diversen Tricks und Tools nicht zum Laufen bewegen lassen wollen, habe ich sehr gute Alternativen gefunden, die teilweise sogar besser sind, als meine gewohnten Programme.
Das wirklich einzige, was ich ich unter Ubuntu/Linux vermisse ist eine vernünftige Lösung zur Grafikbearbeitung und Erstellung. Ich komme mit den Programmen Gimp und Inkscape einfach nicht klar. Allerdings gilt das auch für das von vielen (Profi-)Grafikern verwendete Photoshop. Ich bin seit Ewigkeiten ein begeisterter und eingefleischter User von Corel-Draw und Corel-PhotoPaint. Leider gibt es kein anderes Programm mit ähnlicher Bedienung und Funktionsweise – oder ich habe es noch nicht gefunden, denn überall, wo ich frage bekomme ich nur “Gimp” als antwort. Natürlich mag Gimp ein sehr gutes Programm sein und über einen entsprechenden Funktionsumfang verfügen, aber ich persönlich komme damit mit klar. Und es fehlt mir einfach die Zeit, mich so intensiv damit zu beschäftigen und den Umgang damit zu erlernen (besonders, wenn ich parallel noch mit Corel arbeite, weil es Dinge gibt, die termingerecht fertig werden müssen).
Mal abgesehen von meinem Grafik-Problem möchte ich Ubuntu nicht mehr missen, denn es ist vieles wirklich einfacher (wenn auch anders) und vor allen Dingen geht alles (subjektiv) viel schneller. Außerdem läuft das ganze System wesentlich stabiler und wird nicht so schnell zugemüllt wie Windows.
Ubuntu/Linux ist nicht Windows und auch nicht wirklich damit zu vergleichen, es ist eben anders und richtet sich auch an eine andere bzw. eine speziellere Zielgruppe. Für die meisten Spiele ist Ubuntu nicht geeignet und auch (aus meiner Sicht) nicht wirklich für die Grafikbearbeitung. Um allerdings mit dem System produktiv zu arbeiten, besonders im Bereich Webentwicklung, kann ich nur jedem empfehlen, sich das ganze einmal anzuschauen.







8 Kommentare
Stefan (4 comments)
25. April 2010
15:56
Ich kann Dir nur voll und ganz Recht geben, was ubuntu angeht. Ich selbst nutze es neben Windows sehr gerne und gerade in den letzten Distributionen hat sich sehr viel positives getan, was das Handling angeht. wenn man da an ältere Versionen denkt, da ist das kein Vergleich!
Wenn man sich erst einmal mit der anderen Grundstruktur zurecht gefunden hat, dann wird man seine wahre Freude haben, erst Recht wenn man sich mal an die Konsole wagt. Das Arbeiten mit der Konsole kann einem die Arbeit noch um einiges vereinfachen.
Zu Deinem Grafikproblem:
Es gibt unter Linux die Möglichkeit, auch Windows-Programme zum Laufen zu bringen, mit “Wine”.
Wenn Dein Rechner nicht zu lahm ist, dann solltest Du Dich mal mit diesem Thema befassen. Damit schaffst Du eine Umgebung unter Linux, in dem Du Windows-Programme installieren und starten kannst. Hier nähere Infos:
http://wiki.ubuntuusers.de/Wine
Auch hättest Du die Möglichkeit, auf dem ubuntu eine virtuelle Maschine laufen zu lassen, auf der dann Windows installiert wird. Dies braucht aber doch ziemlich viel Rechenleistung, gerade wenn Du dort noch grafische Sachen machen willst.
Aber Wine könnte Dir hier helfen.
Michael (1 comments)
25. April 2010
16:07
Ich habe mir Ubuntu parallel zu Win XP installiert und werde mir das die Tage mal anschauen. Finde Linux faszinierend, allerdings hat man sich an viele Programme unter Windows gewöhnt, dass man zögert.
Tim G. (52 comments)
25. April 2010
16:16
@ Stefan
Mit Corel Draw und Linux ist so ein Problem – die einzige Corel-Version, die mal unter Linux lief, war die Version 9, die es speziell auch als Linux-Version gab (und die ich nicht habe). Mittlerweile bin ich bei Corel 14 (bzw. X4) angekommen und die ist weder mit Wine noch mit PlyOnLinux (jeweils verschiedene Versionen probiert) nicht einmal zu installieren bzw. zum Laufen zu bekommen.
Solltest du dennoch einen Weg kennen, bin ich für jeden Tipp dankbar.
Windows in einer VB laufen zu lassen ist schon OK, allerdings nicht um dort mit Corel und Co zu arbeiten, das ist einfach zu Resourcenlastig.
Holger (1 comments)
25. April 2010
16:33
Hallo,
bin auch auf Linux Ubuntu umgestiegen und alle Programme die ich unter Windows genutzt hatte habe ich als portable Version auf Linux in Verwendung. Ist eine gute Alternative. Die portablen Versionen laufen alle mit Wine.
Für Photoshop habe ich mir VirtualBox installiert und XP drauf. Das könnte auch mit Corel funktionieren. Ist halt nicht wie unter XP gewohnt schnell, aber auch nicht zu langsam.
Solltest nur darauf achten, dass Du nicht die OpenSourceVersion von VirtualBox nimmst, die unterstützt nämlich kein USB.
Gruß
Holger
Stefan (4 comments)
25. April 2010
16:36
@Tim:
So wie es aussieht, wirst Du da dauerhaft Trauer tragen, denn wie ich gerade gelesen habe gibt es keine Pläne, die Version X4 auf Wine anzupasen, nicht jetzt und auch nicht in der Zukunft…
Hast Du auch mal das Programm “Krita” angeschaut? Ist zwar nicht mit Corel Draw zu vergleichen, aber vielleicht gefällt es ja.
http://wiki.ubuntuusers.de/Krita
Tim G. (52 comments)
25. April 2010
16:42
@ Holger
dann werde ich das die Tage wohl noch mal ausprobieren
@ Stefan
werde ich mir mal anschauen – danke für den Hinweis
Max (2 comments)
26. April 2010
12:05
Hallo Tim,
ich habe auch 10 Jahre lang mit Corel Draw gearbeitet und dachte, ich komme nicht mehr ohne aus. Inzwischen habe ich mich jedoch an Inkscape gewöhnt und vermisse Corel eigentlich kaum noch. Vielleicht ein kleiner Hoffnungsschimmer für dich
Max.
Marcel (1 comments)
20. Juni 2010
23:43
Das mit der fehlenden Grafik- und Fotobearbeitungssoftware für Ubuntu bemängel ich schon seit ein paar Jahren, nutze ich Linux (bzw. Ubuntu) selber recht gerne zum arbeiten. Leider muss man jedoch – wie auch nun – hin und wieder einfach auf Windows umswichen, hat man etwas im genannten Anwendungsbereich zu erledigen.
PS: Nervig finde ich jedoch, dass ich nach jedem Versionssprung den Kernel meinem System manuell wieder von neu anpassen muss. ;-(
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