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lebende Leichen: Blogkataloge

Neues Jahr, neues Glück und ein neues Wochenthema beim Webmasterfriday, welches da lautet Blogkataloge – wo seid ihr dabei?

Blogkataloge oder auch Blogverzeichnisse, sind Dienste im Internet, wo man seinen eigenen Blog eintragen kann. Gedacht sind (waren) diese Online-Verzeichnisse als so eine Art Telefonbuch oder Gelbe Seiten für Blogs, bei denen der Internetnutzer sich darüber informieren kann, welche Blogs es so alles für ein bestimmtes Thema (oder andere Kriterien) gibt.

Versprochen werden dem geneigten (neu-)Blogger dort neben einem Backlink vor allem neue Besucher für die eigene Seite. Dabei wird von vielen Katalogen in der Regel als kleine Gegenleistung ebenfalls in Backlink in Form eines Buttons gefordert. Aber bringen diese Dienste wirklich den gewünschten Besucherstrom?

Auch habe einmal mit dem Bloggen angefangen und auch ich bin seinerzeit auf diese diversen Katalog-Dienste aufmerksam geworden. Und natürlich habe auch ich mich bei diversen Anbietern angemeldet, um dann mehr oder weniger vergebens auf den versprochenen Besucherstrom zu warten.

Bis auf ein paar wenige habe ich mich dann aber recht schnell wieder getrennt, weil eben die Besucher ausblieben. Der klägliche Rest von den ursprünglich ca. 20 Katalogen, in die mein Blog einmal eingetragen war, ist immer noch irgendwo unten in der Sidebar zu begutachten. Wenn ich aber irgendwann einmal die Zeit und Muße finde, werden auch diese bei mir den Weg ins digitale Nirwana finden.

Sicherlich ist es für ein neues Blog nicht gänzlich verkehrt auf diese Art und Weise ein paar wenige Backlinks abzugreifen – der langfristige Nutzen jedoch ist nicht gegeben.

Warum ist das so?

Der Haken an der Geschichte mit den Blog-Katalogen ist der, dass sie eigentlich niemand dafür benutzt wozu sie da sind. Der normale Internet-User sucht nämlich nicht nach einem Blog zu einem bestimmten Thema, sondern er nutzt die Google-Suche (oder Bing, oder andere Suchmaschinen). Wenn er dann bei seiner Suche auf einen Blog stößt, ist ihm das dann vielleicht nicht einmal bewusst. Auf der anderen Seite gibt es aber noch die Blogger, die ihren eigenen Blog in diese Verzeichnisse eintragen und sich dabei evtl. dort ein wenig umschauen – aber in der Regel auch nur dieses eine Mal und ganz bestimmt nicht öfter.

Wer als Blogger nach weiteren Blogs sucht, schaut sich z.B. die Blogs seiner Kommentatoren oder die Kommentare und Blog-Rolls in anderen, ihm bereits bekannten Blogs. Oft wird man auch mit der Nase auf einen Blog gestoßen, wenn dieser in den diversen Social Networks verlinkt wird. Und wer dann noch auf anderen Blogs sinnvolle Kommentare hinterlässt, erntet auch Backlinks – und diese bringen dann sogar mehr Besucher als die Eintragung in diverse Verzeichnisse.

Fazit

Blogkataloge mögen von der Idee her gar nicht mal zu abwegig sein, allerdings entsprechen sie nicht dem Nutzungsverhalten der Zielgruppe(n).  Und auch wenn es diese Verzeichnisse noch gibt und sie hin und wieder doch mal einen Besucher ausspucken, sind es doch eher lebende Leichen im Netz. Das ich mit dieser Meinung und Erfahrung nicht alleine da stehe, zeigen unter anderem auch die Artikel von Thomas, Daniel oder dem Nathansbraten

Wie sieht es bei euch mit den Blogkatalogen aus? Welche nutzt ihr und welchen Nutzen bringen sie euch?

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KategorienWebmaster-Friday

  1. 6. Januar 2012, 18:46 | #1

    Der Titel trifft es perfekt – lebende Leichen! Und alleine biste Du mit Deinen Erkenntnissen ganz sicher nicht. Die Zahl der Gleichdenkenden ist denke ich gar nicht so klein. Technorati war der Anfang vom Ende… und es wird weiter um sich greifen.

    Das Internet ist eben schnelllebig, warum soll das hierbei anders sein.

  2. 6. Januar 2012, 18:54 | #2

    @Thomas
    Mit schnelllebig hast du Recht. Andauernd gibt es im Netz etwas Neues, was verspricht die ultimative Lösung von bestehenden und nicht bestehenden Problemen zu sein.
    Ein paar wenige setzten sich durch, andere überleben als Randerscheinung und der weitaus größte Teil verschwindet mehr oder weniger schnell wieder. Und Blogkataloge gehören (nicht nur) meiner Meinung nach eben zu letzten Gruppe.

  3. 15. Januar 2012, 11:55 | #3

    Mein Blog ist auch in solchen Leichen zu finden (DMOZ verwest mE auch schon seit Jahren), ein erhöhter Besucherstrom wäre toll, ist bei mir aber auch ausgeblieben. 😉 Kaum verwunderlich, wenn ich bedenke, dass ich einen solchen Katalog auch selbst noch nie benutzt habe, um nach Blogs zu suchen.

    Die Backlinks kann man sich im Grunde auch schenken, weil sie entweder nofollow sind oder auf einer PR0-Unterseite liegen. Ich habe auch schon überlegt, ob ich mich nicht wieder austrage. Insofern kann ich mich dir uneingeschränkt anschließen.

  4. 15. Januar 2012, 12:35 | #4

    @Kerstin
    Auf den PageRank schaue ich ehrlich gesagt schon lange nicht mehr. Wichtig sind DoFollow-Links (und wenn der PR 0 beträgt, sind halt ein paar mehr notwendig).
    Hier bei mir sind jedenfalls alle Links DoFollow (außer die paar in den ganz wenigen bezahlten Posts).

  5. 15. Januar 2012, 12:54 | #5

    @Tim G.
    Du schaust nicht auf den Pagerank, mich juckt er auch nicht, aber er ist halt doch leider noch ein Relikt, das vielen wichtig ist.
    Dofollow ist vor allen Dingen bei WordPress nach wie vor ein Problem, weil es sich noch nicht herumgesprochen hat, dass die Kommentarfunktion von Haus aus nofollow ist. Ich teste mich grad bei meinem Blog durch diverse dofollow-Plugins durch, weil ich _eigentlich_ nicht alles komplett auf dofollow stellen wollte (aktuell probiere ich es mit manual (no)follow) – an und für sich ist das aber auch Quatsch, ich denke fast, ich werde wieder das Plugin dofollow für die Kommentare nehmen und gut ist es.

  6. 15. Januar 2012, 13:00 | #6

    @Kerstin
    Ich habe es mir einfach gemacht und das NoFollow/DoFollow-Problem ganz ohne Plugin gelöst, so wie es Perzelwup auf seinem Blog beschreiben hat.

  7. 15. Januar 2012, 13:26 | #7

    @Tim G.
    Die Lösung kenne ich, ich wusste aber nicht, dass sie externe Links in den Kommentaren auf nofollow setzt, das sehe ich gerade erst bei dir (und das ist genau das, was ich suche). :)

  8. 12. Oktober 2013, 04:26 | #8

    Blogkataloge haben für unseren Blog irgendwie garnichts gebracht.

    Lebende Leichen trifft es wirklich schon ganz gut. Die Zeit für die Eintragungen da kann man besser mit Fotos machen oder so verbringen. *Schüttelt sich*

  1. 6. Januar 2012, 20:32 | #1