Verbraucherzentrale NRW testet Groupon & Co.
Zugegeben, Dienste und Angebote wie Groupon, Daily Deal & Co. haben mich aus mehreren Gründen bis jetzt nicht so wirklich angesprochen und ich habe sie dementsprechend auch nicht beachtet. Zum einen interessieren mich die meisten dort angebotenen Produkte und Dienstleistungen nicht. Auf der anderen Seite lebe ich auf dem Lande und für die nächstgelegenen Angebote müsste ich zwischen 40 und 80 KM Distanz nach Hannover oder Bremen überbrücken, was durchaus mit Kosten verbunden ist.
Jetzt hat die Verbraucherzentrale NRW einige dieser Gruppenrabbat-Dienste getestet und ist dabei nicht gerade zu positiven Ergebnissen gekommen. Dies ist aber nicht mein eigentliches Hauptanliegen dieses Artikel, aber dazu später mehr.
Einschränkungen, Fallstricke und Phantasie
30 Gutscheine von Groupon, Daily Deal und anderen regionalen Anbietern hat jetzt die Verbraucherzentrale NRW unter die Lupe genommen und dabei kein Angebot ohne ärgerliche Einschränkungen gefunden.
So waren 24 der 30 Gutscheine z.B. nur 6 Monate oder kürzer einlösbar. Einige sogar nur wenige Tage. Hinzu kommen oft Einschränkungen wie Reservierungen/Terminabsprachen, Ausklammerung von bestimmten Zeiten (z.B. Wochenenden oder Ferien) und auch Beschränkungen einzelner Aktionen auf bestimmte Filialen. Bei Online-Angeboten schmälern oft Dinge wie Versandkosten oder Mindestbestellwerte die eigentlich versprochene Ersparnis.
Als “Unschlagbar” nennt die Verbraucherzentrale nicht die ebenso beworbenen Preise, sondern die Phantasie der Gutscheinverteiler, denn oft seien die gleichen oder ähnliche Angebote auch ohne Rabatt-Gutschein zum Aktionspreis oder noch günstiger zu bekommen.
“Wundere Dich nicht” bat wiederum Groupon bei einem “Shamballa Lux Armband” für 15,90 Euro. Das fiel den Verbraucherschützern schwer, als sie das Produkt drei Wochen später bei DailyDeal entdeckten. Der Unterschied: Bei Groupon lag der angeblich Originalpreis bei 99, DailyDeal warb mit 249 Euro.
Ich empfehle zu diesem Thema den ganzen Artikel Rabattgutscheine von Groupon, Daily Deal & Co: Auf den Spuren der Märchenkönige der Verbraucherzentrale NRW zu lesen.
Auch Golem hat sich dem Thema angenommen und ebenfalls einen Test gemacht:
Ein Testkauf von Golem.de zeigte: Eine einstündige Massage wurde in Berlin mit 19 Euro statt 50 Euro tatsächlich sehr preisgünstig angeboten. Doch der Anbieter war nicht in der Lage, den Kundenansturm zu bewältigen. Nach rund 50 vergeblichen Versuchen einer telefonischen Terminabsprache für die Massage erfolgte die Absage: “Wir schaffen das nicht. Lassen Sie sich das Geld zurückgeben.”
Vorgeschichte
Wie erwähnt, habe ich mit diesen Diensten eigentlich nix am Hut. Allerdings habe ich im August den Artikel Getränkewerbung: Bionade vs. Pepsi geschrieben, woraufhin ich am 20, Oktober folgende Mail mit dem Betreff “Zusammenarbeit”erhiel:
Hallo Herr Gramberg,
ich bin im Internet auf Ihren Blog www.tim-gramberg.de gestoßen. Zunächst möchte ich Ihnen ein Kompliment dafür machen. Besonders hat mir der Artikel zur Getränkewerbung von Bionade vs. Pepsi gefallen. Ich teile Ihre Meinung voll und ganz. Wenn ich die Bionadewerbung sehe rege ich mich auch immer auf und frage mich wie man auf so etwas kommen kann.
Nun zu meinem Anliegen. Ich möchte Sie gern auf unsere Webseite www.groupon.de aufmerksam machen. Auf Groupon.de bieten wir täglich verschiedene aktuelle Angebote aus den Bereichen Wellness, Beauty, Sport und Freizeit in verschiedenen Städten bis zu 70% günstiger an. Es würde mich freuen wenn Sie unsere Webseite Groupon in einem Artikel erwähnen könnten.
Gerne können Sie sich Groupon.de zunächst ein wenig genauer anschauen und sich dann bei mir melden.
Mit freundlichen Grüßen
Christian K***
Groupon.de ist ein Angebot der Groupon GmbH
Als Blogbetreiber erhält man solche Mails der Marke “Mach mal kostenlos Werbung für uns” in schöner Regelmäßigkeit. Bei mir verschwindet sowas ebenso regelmäßig im Papierkorb des Mailprogramms.
Am 3. November schrieb mir Herr K. von Groupon abermals, um auszuschließen, dass seine erste Mail im Spamordner gelandet ist. Ist sie nicht – sie kam genau wie diese 2. Mail in den Papierkorb.
Ich hab es nun einmal nicht so dicke, als das ich für alles und jeden kostenlos Werbung mache. Besonders nicht, wenn mich das Angebot persönlich nicht interessiert. Ein Angebot, für eine bestimmte Summe einen Werbeplatz zu mieten, hätte ich mir zumindest überlegt.
Aber ich habe ja ein großes Herz – und so habe ich mich dann heute doch dazu entschlossen, dem Wunsch von Herrn K. nachzukommen und die Webseite der Firma Groupon in einem Artikel zu erwähnen. Ich hoffe, Herr K. wird sich, wie er in seiner Mail angekündigt hat, darüber freuen.







*prust* der ist gut
Da wird sich der Herr K. aber ganz bestimmt freuen.
Ich finds immer lustig, wenn da irgendwelche Leute meinen, sie können Werbung umsonst bekommen. Womöglich noch mit über 300 Worten, damit sich die Tante Guhgle freut und überhaupt.
Der beste war ja bei mir der, der wollte, daß ich nen kompletten Artikel umschreibe (also ein Keyword einbaue, daß in dem Artikel gar nicht drin vorkam). Nun, wenn das entsprechende Wort drin vorgekommen wäre, dann hätte ich mir das ja noch überlegen können (natürlich gegen monatliche Zahlung von ein paar Euro in Abhängigkeit vom Pagerank o.ä.) Aber so? No way
Naja, derartige Anfragen kommen wirklich regelmäßig – allerdings eher von kleinere und unbekannten Seiten/Firmen. Da mach ich mir dann auch nicht mal die Mühe zu antworten – Löschen und gut.
Aber hier passte es gerade so schön, dem Herrn doch seinen Wunsch zu erfüllen.
Jetzt musste ich wirklich lachen.