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Ich bin einer von denen

Ja, ich muss mich schuldig bekennen. Auch ich habe einen Blog sterben lassen. Einfach aufgehört, ohne etwas zu sagen, und dann nicht wieder angefangen.

Im Rahmen meiner eigenen Blogparade gegen Blogmüdigkeit fällt mir dieses Geständnis nicht gerade leicht, aber ich stehe dazu.

Andererseits ist das auch gut, denn jetzt kann ich aus eigener Erfahrung berichten, was jemanden dazu bringt, einfach mit dem Bloggen aufzuhören. Angefangen hat es bei mir mit „technischen Problemen“ oder in Klartext: mein Provider-Wechsel ist total schief gelaufen und ich saß 4 Wochen ohne Internet da. Nun wohne ich doch recht ländlich und Internet-Cafes und öffentliche Hotspots sucht man in der näheren Umgebung genauso vergebens wie eine anständige Netzabdeckung von UMTS.

In der ganzen Zeit konnte ich zwei Mal bei einem Bekannt meine Mails abrufen, wovon dieser schon mehr als genervt war, so dass ich an mein Blog gar nicht denken brauchte.

Als dann endlich wieder mein Internet funktionierte, hatten sich zwischenzeitlich allerdings private Probleme (nennen wir es mal so) eingestellt und der Blog war so ziemlich das letzte, was mich interessierte.

Natürlich haben sich in meinen gut 2 Monaten Blog-Abstinenz die eh schon kleinen Besucherzahlen weiter reduziert. Außerdem gefiel mir der Blog nicht mehr – weder die Domain, noch das Design, noch der Inhalt. Also beließ ich es bei dem stillen Abschied.

Trotzdem wollte ich weiterhin bloggen und habe mich daher entschieden, einen neuen Blog ins Leben zu rufen, diesen hier. Allerdings habe ich immer noch keine Lebenszeichen auf meinem alten Blog von mir gegeben. Das werde ich schnellstmöglich nachholen und ggf. die Domain hierher umleiten.

So eine Geschichte, und natürlich auch noch andere, kann also hinter einem plötzlichen Blog-Stillstand stehen.

Hätte das alles anders verlaufen können?

Ja, schließlich wusste ich ja, dass mein Internet abgeschaltet wird – auch wenn dafür max. 3 Tage eingeplant waren. Ich hätte problemlos einen kurzen Post schreiben können, damit meine Leser bescheid wissen.

Auch hätte ich einmal die 30KM-Fahrt zum nächsten Internet-Cafe auf mich nehmen können, als klar war, dass es länger als 3 Tage dauert. Evtl. hätte ich dann auch ein oder zwei Gastautoren für jeweils einen Artikel begeistern können, für die Zeit meiner Abwesenheit. Dann wären mit Sicherheit ein paar Leser geblieben und der Widereinstieg wäre mir bestimmt auch leichter gefallen.

Aber auch schon kurz vor meinem „Aussetzer“ hatte ich einen kleinen Unlustanfall mit Ideenlosigkeit. Dafür habe ich allerdings eine für mich recht gute Lösung gefunden: Notizen – Themenideen einfach aufschreiben. Auch hatte ich angefangen Artikel vor zu schreiben, damit ich diese später veröffentlich konnte. Mein Blog-Ziel war eigentlich schon immer 1 Post pro Trag. Das habe ich auch beibehalten, zumindest vom Schreiben her. Allerdings habe ich dann nur noch 3 bis 4 davon in der Woche veröffentlicht. Das mag sich jedoch nicht für alle Blogs eignen.

Wie kann man der „Blogmüdigkeit“ vorbeugen?

Jeder Mensch hat dann und wann mal eine Phase, in der man einfach keine Lust hat und/oder völlig ausgepowert ist. Auch das „Real Life“ fordert gerne seinen Anteil, schließlich bedürfen auch Freunde und Familie ihre Aufmerksamkeit. Dann sollte man sich selbst auch zu sehr unter Druck setzten und schon gar nicht unter Druck setzten lassen. Eine Pause oder etwas kürzer treten sei dann jedem gegönnt. Allerdings gibt es Möglichkeiten, um in dieser Zeit den Blog am Leben zu halten.

Das wichtigste dabei ist: Information der Leser, dass es eine Pause gibt, bzw. etwas ruhiger wird.

Bereitet Euch rechtzeitig auf eine solche Situation vor und habt immer ein paar Artikel auf der „hohen Kante“, bei denen man dann nur noch schnell auf veröffentlichen klicken kann.

Holt Euch Ideen und Inspirationen bei anderen Blogs und schreibt vielleicht auch mal einen Gastartikel bei jemand anderem, um einfach mal aus dem eigenen Themenbereich „auszubrechen“. Bestimmt ist dann auch einmal jemand anderes dazu bereit, in Eurem Blog einen Gastartikel zu veröffentlichen.

Beugt fehlenden Themen-Ideen vor, indem ihr Euch eine Liste anlegt, in der ihr Ideen für Themen festhaltet. Auch Bookmarks von interessanten Seiten können dabei behilflich sein.

Konzentriert Euch auf Euren Blog. Wer einen Blog betreibt und dabei noch auf zu vielen anderen Plattformen (Twitter, Facebook, Myspace, VZ, usw.) recht aktiv ist, hat einfach zu viel um die Ohren, um seinem Blog die nötige Aufmerksamkeit zu widmen.

Was tun, wenn ein Blog still steht?

Das hat sicherlich jeder schon einmal erlebet, dass ein Blog still steht, sei es, ob man das im Feed-Reader oder im Blog selber feststellt. Hier gilt: erst einmal Ruhe bewahren und zu schauen, ob der Blogger irgendwo eine Pause angekündigt hat, dass kann auch schon mal ein paar Artikel zurück liegen.

Wer einen Blog über einen längeren Zeitraum verfolgt und evtl. auch den Blogger dahinter bei anderen Netzwerken verfolgt, kann in der Regel abschätzen, wie kommunikativ dieser ist und wie eine Mail-Anfrage bezüglich seines Blogs aufnehmen wird. Viele wollen in Stress- oder Problem-Situationen ihre Ruhe haben – andere wiederum freuen sich über eine persönliche Mail, die einen evtl. auch mal kurzzeitig ablenkt (dazu gehöre ich auch). Oft kennt man auch viele der Kommentatoren des Blogs von anderen Seiten/Blogs und kann evtl. mit denen Kontakt aufnehmen, ob sie etwas wissen.

Twitter, Facebook & Co

Auch diese Dienste haben oft etwas mit der Vernachlässigung von Blogs zu tun. Ich selber bin ja auch bei Twitter aktiv, versuche aber, mich dort zurück zu halten – auch wenn es mir schon gelegentlich in den Fingern juckt und ich stundenlang mit anderen twittern könnte. Selbstdisziplin ist an dieser Stelle das Zauberwort.

Ein paar Blogger sind mittlerweile dazu übergegangen, in ihren Blogs nur noch Artikel zu Posten, die aus einer Zusammenfassung der eigenen Twitter-Nachrichten bestehen. Diese „Artikel“ werden dabei in der Regel automatisch von einem Blog-Plugin erzeugt und der Blog eigentlich tot ist. Das ist für mich ein absolutes No-Go – dann macht lieber den Blog ganz dicht.

So, dass sind also meine Erfahrungen und Tipps zum Thema Blogmüdigkeit. Ich bin schon darauf gespannt, welche Artikel von Euch so in der Blogparade gegen Blogmüdigkeit so eintreffen werden.

Blogparade gegen Blogmüdigkeit

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