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der große Knall

bummNa ja, zum Glück blieb der große Knall gestern aus. Trotzdem war hier gestern doch eher Ausnahmezustand angesagt.

Aber von vorn: Um ca. 13.30 Uhr wurde gestern unsere Feuerwehr per Sirenenalarm zum Einsatz gerufen. Da sich die nächste Sirene nur wenige Meter von mir entfernt befindet, habe ich das also mehr als deutlich mitbekommen.

Aus gut unterrichteten Kreisen (klingt toll, nicht wahr) habe ich mitbekommen, das neben unserer Ortsfeuerwehr auch noch Wehren aus anderen Ortschaften allesamt zu einem Großeinsatz in das benachbarte Hoya (ca. 5 KM entfernt) ausrücken mussten.

Da gibt es eigentlich nicht viel, was in Frage kommen könnte. Allerdings konnte mein Adlerauge keine Rauchschwaden am Horizont ausmachen, auch nicht in der Nähe der dortigen Papier- und Kartonagenfabrik. Vielleicht doch nur eine Übung? – Eigentlich ungewöhnlich um die Uhrzeit.

Kurz darauf habe ich die Angelegenheit auch schon wieder vergessen und ging zum normalen Tagesgeschehen über. Dies beinhaltete auch einen Einkauf in Hoya, den ich dann gegen 14:45 auch tätigen wollte. Ich wunderte mich schon etwas, das recht wenig Verkehr herrschte, aber egal.

In Hoya selbst dann die nächste Merkwürdigkeit, der Parkplatz des Famila-Marktes war leer – nicht ein Auto. Auch bei Rewe – alles leer. Bei Aldi allerdings standen dann zwei Polizeifahrzeuge auf dem Parkplatz, sonst nichts. Auch alle anderen Geschäfte waren verlassen und geschlossen. Habe ich etwas verpasst? Feiertag vergessen? Egal – erst einmal wieder auf Richtung Heimat. Erst da vielen mir dutzende Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und THW auf.

Was ist hier bloß los?? Wie aufs Stichwort brachte das Radio dann die Antwort: „Wegen einer Bombenentschärfung […] Evakuierung beginnt um 15:00 Uhr […] im Umkreis von 1KM…“

Das war also los. Als ich nach Hoya rein fuhr, war es noch nicht 15:00 Uhr und niemand hielt mich auf. Jetzt allerdings wiesen mich mit einmal dutzende von Einsatzkräften in Richtung Ortsausgang, und nicht nur mich, auch die paar anderen, die noch unterwegs waren.

Wie ich später erfuhr, wurde in der Weser eine 250 Pfund schwere britische Sprengbombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden. Diese befand sich 6 Meter unter Wasser direkt zwischen der Straßen- und der Eisenbahnbrücke (Abstand ca. 100 m).

Nachdem gegen 18:00 Uhr die Evakuierung, die rund 3000 Menschen betraf und bei der ca. 400 Einsatzkräfte beteiligt waren, abgeschlossen war, wurde die Bombe geborgen und dann auf einem Schiff vom Kampfmittelbeseitigungsdienstes aus Hannover entschärft. Ab ca. 19:00 gab es dann Entwarnung und die Leute konnten in ihre Wohnungen bzw. an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.

Die Einsatzleitung für diesen Vorgang musste für diese ganze Aktion natürlich von Außerhalb des Sperrbereiches erfolgen. Ich weiß nicht genau wo das realisiert wurde, denn sowohl Rathaus, Feuerwehrgerätehaus, die Polizeistation und auch die THW-Bundesschule lagen im Gefahrenbereich.

Ich habe solche Entschärfungsaktionen schon ein paar Mal im Fernsehen gesehen bzw. die Evakuierungsaufrufe im Radio gehört, aber das war alles immer relativ weit weg und ich habe es nur wahr genommen, mir aber nicht wirklich Gedanken darüber gemacht. Aber wenn eine solche Aktion dann doch in unmittelbarer Nachbarschaft abläuft, ist es schon etwas anderes. Auch über die Brücke über die Weser bin ich bis jetzt schon einige tausend Male gefahren bzw. gegangen, nichts ahnend, dass da eine 250 Pfund Bombe in unmittelbarer Nähe schlummert. Das gibt dann im Nachhinein ein etwas mulmiges Gefühl.

Aber es ist ja zum Glück alles gut ausgegangen, ohne den großen Knall.

Hier die Berichte dazu aus der Lokalpresse:

Kreiszeitung: Bombenwarnung in Hoya – Evakuierung hat begonnn
Kreiszeitung: um 19 Uhr kam die Entwarnung
Feuerwehr Grafschaft Hoya: Evakuierung Stadtgebiet Hoya

Update: Link zum Bericht der Feuerwehr eingefügt ( Danke Timo)

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KategorienAllgemein, Dies und Das

  1. 3. Oktober 2009, 01:08 | #1

    Hier die Seite der Feuerwehr Grafschaft Hoya ebenfalls mit Bericht

    http://www.feuerwehr-buecken.de

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